13. Tag: Hanauer Hütte — Vordere Dremelscharte — Hanauer Hütte

Alpendurchquerung

Datum: 7. August 2014

Heute wäre die Dremelspitze auf dem Programm gestanden. Wir sind also in der Früh los und zügig in die Vordere Dremelscharte (2434m) gestiegen. Die Kletterei beginnt mit einer geneigten, glatten, abgekletterten Rinne. Eigentlich nicht schwer, aber die Nacht zuvor hatte es stark geregnet, was die Situation deutlich erschwerte. Da sich auch heute die Wolken schnell immer dichter zusammengezogen haben und es nach neuen Regenfällen aussah, beschlossen wir, leider leider die Tour abzubrechen. Der Sommer hat uns im Stich gelassen.

Trotzdem hatten wir noch unseren Spaß: Ein langes Geröllfeld lässt sich abfahren, wenn man unterhalb der Scharte etwas noch Osten quert. Dann gibt es eine Menge reizvoller Boulder-Felsen, an den wir noch herumturnen konnten, ohne den Regen fürchten zu müssen.

Wegstrecke: Von der Hütte gerade aus hoch. Vor der Vorderen Dremelscharte geht es zur Dremelspitze nach links über Schrofen bis zur besagen Rinne. Der Weg ist gut ausgeschildert.

Höhendifferenz:  500 HM+, 500 HM-

Zeit: 1,25h zur Scharte

Schwierigkeit: Zur Scharte leicht. Dremelspitze klettern II-III, ausgesetzt, Steinschlaggefahr durch andere Kletterer. Helm ist ratsam.

Wetter: Schlecht. Wolken, leichter Regen.

Einkehr: Hanauer Hütte (siehe gestern).

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Das Ziel, die Dremelspitze. Rechts die Vordere Dremelscharte.

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Blick von der Vorderen Dremelscharte nach Süden zum Steinsee.

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Der Einstieg zur Dremelspitze.

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Lustige Geröllabfahrt.

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Viele Boulder-Felsen.

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12. Tag: Anhalter Hütte — Boden — Hanauer Hütte

Alpendurchquerung

Datum: 6. August 2014

Zur Hanauer Hütte gibt es von der Anhalter Hütte verschiedene Wege. Einmal über die Muttekopfhütte (mit Übernachtung dort) und die Kübelwände. Letzteres setzt sichere Wetterbedingungen voraus — die uns bekanntlich diesen Sommer fehlen. Auch der Weg durch das Tal über Boden kennt zwei Varianten: durch das Plötzigtal mit einem unangenehmen Gegenanstieg (100HM) oder entlang der Fahrstraße des Hahntennjochs. Wir verzichten auf das schönere Plötzigtal, denn der Anstieg von Boden zur Hanauer Hütte erwartet uns eh, und nehmen die Fahrstraße in Kauf.

Wegstrecke: Zurück über das Steinjöchl (2189), hinab zum Hahntennjoch (1894m). Kurz vor der Straße findet sich rechts ein Holzgatter zur Kuhweide. Wer Angst vor Kühen hat, sollte den Weg meiden — Ihr wisst ja: Im Notfall Hund von der Leine nehmen! Kein Witz. — Wir haben weder Hund noch Angst. Ein Trampelpfad führt oberhalb der Straße in guter Distanz zu den Motorradausflüglern hinab Richtung Pfafflar (1619m). Später geht es am Bach entlang. Bald erscheint links die markante Reichspitze mit ihren zwei Öhrchen.

Wo die Straße eine Kehre macht, muss man in den sauren Abgasapfel beißen und tatsächlich zwanzig Minuten direkt an der Straße (auf einem Grünstreifen) gehen. Hinter Pfafflar zweigt ein Pfad mit einer kleinen Brücke nach links weg. Dieser führt steil bergab nach Boden (1356m).

Nun beginnt erst auf einem deutlich ausgeschilderten Weg durch den Angerleboden der Aufstieg hinauf zur Hanauer Hütte (1922m). Wer wenig Gepäck und sein Klettersteigset dabei hat, kann am Schluss eine einfache Ferrata gehen.

Höhendifferenz:  720 HM+,  850 HM-

Zeit: 7h

Schwierigkeit: Keinerlei Schwierigkeiten, nur wilde Kühe…

Wetter: Sehr schön. Leider fast vertan für den Weg durchs Tal.

Einkehr: Gasthöfe in Pfafflar und Boden. In Boden haben wir eine ordentliche Brotzeit bekommen. Die Hanauer Hütte ist groß, aber sehr sympathisch. Trotz der vielen Gäste bleiben die Wirtsleute gelassen. Als Bergsteigeressen gab es einmal Wildgulasch. Und die Zimmer im alten Teil haben ein Waschbecken — Luxus pur.

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Sonniger Blick auf die Namloser Wetterspitze…

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… und den falschen Kogel. Heute ohne Wolken.

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Der Weg hinab vom Steinjöchl zum Hahntennjoch.

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Die Reichspitze (mit den beiden Öhrchen) taucht auf.

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Vor Pfafflar geht es zwanzig Minuten der Straße entlang.

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Pfad hinab nach Boden.

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Die Dremelspitze dominiert das Tal des Angerlebachs. Rechts auf dem quer liegenden Rücken thront die Hanauer Hütte…

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… die uns mit einem Waschbecken auf dem Zimmer überrascht. Kalt und warm.

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11. Tag: Tarrenz — Falscher Kogel — Anhalter Hütte

Alpendurchquerung

Datum: 5. August 2014

Jetzt mussten wir wieder schummeln. Nachdem wir gestern unser eigentliches Ziel, die Anhalter Hütte, nicht erreicht haben, sondern in Tarrenz gelandet sind, mussten wir heute mit dem Bus fahren. Sonst hätten wir es nicht mehr rechtzeitig auf die Hütte geschafft, um unsere zweitägige Reservierung wenigstens für eine Nacht noch wahrzunehmen. Mit dem Bus sind wir also über Imst zum Hahntennjoch gefahren und von dort zur Hütte aufgestiegen. Am Steinjöchel wollten wir noch den Gipfel des Falschen Kogels mitnehmen, leider hat uns wieder das Wetter im Stich gelassen — wie noch öfters auf dieser Etappe. Vom Joch sahen wir den Gipfel noch, als wir dann — nach leichter Kletterei — am Gipfelkreuz standen, waren wir in dichte Wolken gehüllt. Nachmittags wäre ich gerne noch auf die Namloser Wetterspitze, aber auch das war mangels Sicht nicht möglich.

Wegstrecke: Vom Hahntennjoch (1894m) führt ein breiter Weg zum Steinjöchel (2198m). Kurz vor dem Joch kommt rechts der Südwandsteig herein. Vom Joch führt links ein Trampelpfad Richtung Falschem Kogel (2388m), der später unterhalb des Gipfels in leichte Kletterei (I-) übergeht. Vom Joch zur Hütte geht es erst einmal wieder 50 HM mit Geländer gesichert hinab, um eine Grasnase herum und dann wieder ein paar Höhenmeter hinauf.

Höhendifferenz:  550 HM+, 250 HM- (inkl. Falscher Kogel)

Zeit: 3h (inkl. Falscher Kogel)

Schwierigkeit: Der Weg zur Hütte ist durchgehend leicht. Auf den Falschen Kogel führt eine steile Grasflanke, auf der man nicht ausrutschen sollte. Oben ganz leichte Kletterei (I-)

Wetter: Wolken, bald Regen.

Einkehr: Anhalter Hütte ist einfach, aber sehr nett, mit sympathischer Wirtin und gutem Essen. Die Weinkarte ist beachtlich.

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Bald nach dem Hahntennjoch kommen die ersten Schauer

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Der Falsche Kogel noch wolkenlos

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Blick vom Steinjöchel auf die Namloser Wetterspitz und rechts den Weg zur Anhalter Hütte

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Die Anhalter Hütte (am nächsten Morgen)

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10. Tag: Heiterwandhütte — Tarrenz

Alpendurchquerung

Datum: 4. August 2014

Von der Heiterwandhütte gibt es zwei Wege zur Anhalter Hütte: den Nordwand- und den Südwandsteig. Wir haben uns an der Südseite versucht — und mussten das Unternehmen abbrechen und nach Tarrenz absteigen. Einmal haben wir die Länge unterschätzt, für das erste Drittel — eine sehr schwierige Querung — haben wir fünf Stunden gebraucht. Vor uns wäre dann ein Gegenanstieg von 700 HM gelegen und eine weitere lange Querung. Als sich dann noch Regen ankündigte, beschlossen wir, ins Tal abzusteigen. Ich hab also auf der Anhalter Hütte angerufen und Bescheid gegeben, dass wir einen Tag später kommen. Tarrenz hat uns mit einem richtigen Hotelbett und einem sehr guten Abendessen entschädigt.

Wegstrecke: Von der Heiterwandhütte geht ein mit roten Punkten markierter Steig Richtung Südwesten weg (nicht der Hauptweg ins Alpeiltal hinab). Der sogenannte Südwandsteig führt auf etwa gleichbleibender Höhe durch unzählige Tobel hindurch, bei denen von Weg nicht mehr gesprochen werden kann. Auf der Anhalter Hütte sagte man mir dann, dass der alte Weg jedes Jahr mit der Schneeschmelze weggespült wird und dann neu gesucht werden muss. So ist es auch: Man steigt durch lockeres Geröll und Felsen irgendwie hinein und irgendwie wieder raus. Dabei ist es immer abschüssig, glatt und oft ernsthaft absturzgefährdet. Landschaftlich ist das Ganze sehr reizvoll, auch das sei gesagt.

Nach der Querung kommt ein mit rostigen Ketten mehr schlecht als recht gesicherter Abstieg um 500 HM. An einem tiefen Taleinschnitt mit Bach geht es entweder bergab Richtung Tarrenz (unser Weg) oder zum erwähnten 700-HM-Gegenanstieg. Den weiteren Verlauf kann ich nicht beschreiben. Auf der Hütte sagte man mir, der Rest sei einfacher.

Höhendifferenz:  200 HM+, 1400 HM-

Zeit: 8h (bis Tarrenz)

Schwierigkeit: Der Südwandsteig ist schwer, rutschig, oft ernsthaft absturzgefährdet, schlecht markiert, lang und anstrengend. Nur für wirklich erfahrene Bergsteiger, die im schwierigen Gelände sich selbst den Weg suchen können. Und nur bei besten Wetterverhältnissen — Regen steigert die Gefahr, Nebel oder Gewitter sind fatal. Wanderer oder Familien sollten den Nordwandsteig wählen.

Wetter: Morgens schön, gegen Nachmittag Regen.

Einkehr: Mehrere Hotels in Tarrenz, wir waren mit Bett und Essen sehr zufrieden im Lamm. In Obertarrenz gibt es keinen Gasthof mehr.

Am Grubigjöchl, Blick auf den Kienberg
Aufbruch bei schönem Wetter an der Heiterwandhütte.

Der Südwandsteig
Harmloser Beginn des Südwandsteigs

Tobel
Ein Tobel

Tobel
Tobel mit Klettereinlage

Tobel
Hier geht es durch das schwarze Geröll hinein und dann durch das steile, feine Geröll links sehr anstrengend wieder heraus.

Tarrenz
Blick vom Hotel auf Tarrenz

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9. Tag: Nassereith — Heiterwandhütte

Alpendurchquerung

Datum: 3. August 2014

Dieses Mal haben wir etwas geschummelt. Die letzte Etappe endete ja in Nassereith am Postplatz, weitergegangen sind wir heute aber ca. zwei Kilometer nördlich: von der Tankstelle Rastland. Wir haben in der Tankstelle gefragt, wo wir das Auto ein paar Tage stehen lassen können, und wurden an die Parkplätze verwiesen, die nicht direkt am Eingang der Raststätte liegen. Zur Heiterwandhütte (2017m, eine Selbstversorgerhütte) gibt es von Nassereith zwei Wege, entweder direkt und steil über das Reissenschuhjoch (2054m) mit Gegenanstieg oder etwas weiter, aber moderater durch das Tegestal. Wir haben uns für letztere Variante entschieden, ein schöner, durchaus mit viel Gepäck und Kindern machbarer Weg. Dennoch sind es 1150 HM.

Wegstrecke: Von der Raststätte geht es über eine kleine Brücke ins Tegestal. Man folgt dem breitem Fahrweg ins Tal hinein. Nach zwei atemberaubenden Serpentinen führt die Piste durch einen kleinen Felstunnel, auch hier gibt es steile, aber durch einen Zaun entschärfte Tiefblicke in die Schlucht. Nun geht es ein gutes Stück weiter, dann zweigt links ein Fahrweg mit deutlichem Schild Heiterwandhütte ab. Man begibt sich ins Reissenschuhtal, das später nach rechts abknickt, bis zum Talschluss. Der Weg verliert sich gegen Ende, aber das spielt keine Rolle. Der Wanderer geht einfach bis auf den Sattel, der einen gewaltigen Ausblick nach Südwesten ins Alpeiltal bietet. Rechts oben liegt dann die Hütte.

Höhendifferenz: 1150 HM+

Zeit: 5h

Schwierigkeit: Unschwer, aber lang.

Wetter: Vorhergesagt war den ganzen Tag Regen, nass wurde es erst in der Nacht.

Einkehr: Heiterwandhütte. Man benötigt einen AV-Schlüssel. Die Hütte ist spartanisch, Wasser gibt es nur an einer Quelle, die mit blauen Markierungen ausgeschildert ca. 5 Minuten entfernt liegt. Brauchwasser ist in der Hütte, geheizt und gekocht wird mit Holz. Kein Strom. Kerzen, Streichhölzer und Klopapier sollte man mitbringen. Toll ist die Lage der Hütte mit gigantischen Ausblicken auf Felsen, riesige Geröllfelder und entfernte Gipfel. Besonders genossen haben wir die Bank nach Südwesten in der Abendsonne.

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Suchbild: Wer sieht die junge Bergsteigerin?

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Tunnel im Tegestal

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Blick zurück auf Zugspitze und Wannig

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Im Reissenschuhtal

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Weglos zum Joch

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Tagesziel erreicht, die Heiterwandhütte

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Bombastischer Blick ins Alpeiltal

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Schafe an der Heiterwand

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8. Tag: (Biberwier –) Abzweig Schachtkopf — Wannigumgehung — Nassereith

Alpendurchquerung

Datum: 19. Juli 2014

3 Jahre ist es her, seit der letzten Etappe. Im August soll es dann in die Lechtaler Alpen gehen, aber es fehlte noch ein kleiner Zwischenschritt zwischen Biberwier und Nassereith, am Fernpass vorbei. Der Weg könnte über Handschuhspitze und Wannig gehen, aber 1600 HM rauf und 1800 HM wieder runter bei einer langen Distanz, war uns zu heftig. Wir sind also am Wannig vorbei mit 1000 HM rauf und 1200 runter. Wobei der Anblick den Fels zum Wannig hinauf immer wieder verlockend war.

Wegstrecke: Von Biberwier sind wir nicht den direkten Weg zur Sunnalm hinauf, sondern über den Knappensteig, um an der letzten Etappe anknüpfen zu können. Dann geht der Weg am Schachtkopf vorbei, über den Jubiläumsweg und in insgesamt etwa 2,5 h zur Sunnalm. Oberhalb des Gasthauses quert man Richtung Wannigkar, rechts davon kommt ein steiler Grasaufschwung zum Berglesboden. Nun folgt ein schöner Höhenweg nördlich um den Wannig herum zur Nassereither Alm. Von dort geht es steil und heftige hinab nach Nassereith, wobei der hin und wieder schlecht markiert und ausgeschildert ist.
In Nassereith endet unsere Etappe und hier soll es in zwei Wochen weiter gehen: zur Heiterwandhütte.

Höhendifferenz: 1000 HM+/1200 HM-

Zeit: 7 h

Schwierigkeit: Auf dem Jubiläumsweg zwischen Schachtkopf und Sunnalm kommen ein paar Geröllpassagen. Sonst einfacher Wanderweg. Zwischen Nassereither Alm und Nassereith schlecht markiert und ausgeschildert.

Wetter: Einer der heißesten Tage des Jahres.

Einkehr: Sunnalm und Nassereither Alm.

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Knappensteig von Biberwier

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Leermoos und der Daniel

Ehrwald und Zugspitze
Ehrwald und die Zugspitze (rechts)

Am Schachtkopf vorbei
Am Schachtkopf vorbei

Handschuhspitze, Wannig und darunter die Sunnalm
Handschuhspitze, Wannig und darunter die Sunnalm. Unser Weg ging rechts über den steilen Grashang hoch, rechts unterhalb der Felsen vorbei.

Gartnerwand im Hintergrund
Jubiläumsweg und dahinter die Gartnerwand

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Sattel zum Berglesboden

Rauchberg, Alpleskopf und Heiterwand
Die nächste Etappe im Blick: Rechts die Heiterwand.

Kletterfelsen in Nassereith
Das Ziel: Nassereith (mit schönen Kletterfelsen).

 

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Bergtour Schönjöchl (1661m) am Plansee in den Ammergauer Alpen

Gipfel

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Eine sehr einsame Tour mit vielen schönen Ausblicken auf den Plansee, die Geierköpfe, ins Schellental und auf den Geiselstein. Verzichten muss man jedoch auf einen spektakulären Gipfel, denn das Schönjöchl ist ein leicht bewaldeter Grashügel zwischen Plansee und Schellental. Alle ernsthaften Bergsteiger gehen weiter auf die Geierköpfe, für die niederen Ausflügler ist der Weg jedoch oft zu steil und schwer. Also lassen die meisten das Schönjöchl links liegen — und man hat seine Ruh.

Aufstieg: Der Parkplatz hinter dem Campingplatz am Plansee ist wohl gebührenpflichtig, so steht es da, aber keine wollte Geld von uns. Von hier geht man den Waldweg Richtung Norden, vom See weg, bis rechts ein Schild Richtung Geierköpfe weist. Nun geht es über eine Schuttreiße hinauf.

Schönjöchl

Nach ein paar hundert Höhenmetern verlässt der Weg die Reiße und schlängelt sich steil über einen Wiesenhang etwas weiter links den Berg hinauf.

Steiler Aufstieg

Oben quert man die Schuttreiße noch einmal, hier mit neuen Eisenketten gut abgesichert.

Schönjöchl3

Nach einem kurzen Aufschwung erreicht man den breiten Sattel zum Schellental vor der Zwerchenbergalm. Ein Weg zweigt nun deutlich rechts ab, der sich allerdings auf einem Vorhügel zum Schönjöchl verliert. Das ist nicht weiter schlimm, wir sind an der anderen Seite vom Vorhügel durch Latschen circa zwanzig Meter wieder hinab und auf den eigentlichen, ebenfalls sehr deutlichen Weg gestoßen. Der richtige Abzweig wäre wohl etwas weiter Richtung Geierköpfe gewesen.

Nur geht es über einen Wiesenhang unschwer die letzten fünfzig Höhenmeter hinauf zum Gipfel.

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Auf dem Gipfel des Schönjöchls. Im Hintergrund die Geierköpfe.

Kreuzspitze, Kreuzspitzl und Schellschlicht
Blick über das Schellental auf Kreuzspitze, Kreuzspitzl und Schellschlicht

Abstieg: Vom Gipfel führt der Weg durch den lichten Wald an der Vorderseite des Schönjöchls zum Plansee hinab. Die steilen Grashänge sind dabei von der Gefahr her nicht zu unterschätzen. Ein Ausrutschen wäre fatal, da ein Halten kaum möglich ist. Hin und wieder sichern alte und verrostete Eisenzäune den Weg.

Dieser endet am Seeufer, was zu einem abschließenden, kühlenden Bad lockt.

Höhendifferenz: 700m

Zeit: 2/1,5h

Schwierigkeit: Steil, eine Stelle mit Kette gesichert; im Abstieg steile, nicht ungefährliche Wiesenhänge. Etwas Übung und Trittsicherheit erforderlich.

Einkehr: Keine

Datum: 25. Mai 2014

Klettern: Badolo im Apennin bei Bologna

Klettern

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Das von den ravennatischen Stränden nächstgelegene Klettergebiet ist Badolo, oberhalb von Bologna im Apennin. Es gibt über hundert Routen von einfach bis schwer. Der Felsen gliedert sich in vier Bereiche, die über einen Klettersteig miteinander verbunden sind. In der Hand hat der Kletterer Sandstein, sodass er immer mit etwas Geriesel und Gerutsche leben muss. Trotzdem fanden wir es eine schöne Kletterei, die durch eine tolle Aussicht belohnt wurde. Unser Favorit war Tromba d’Aria, die Windhose (4a). Ab Mittag gibt es Sonne. Helm ist ratsam, selbst wenn die Italiener offensichtlich keinen tragen. Mir sind zwei Mal faustgroße Brocken um die Ohren gesaust, gerade dann, wenn die Sonne um die Ecke kommt.

Anfahrt: Die Autobahn von Bologna Richtung Firenze. Die erste Ausfahrt (Sasso Marconi) raus und nach der Mautstelle den Schildern Richtung Badolo folgen. Es kommen dann ein paar Kehren, ein gerades Stück durch den Wald und dann noch mal Kehren. Hier kann man rund um die letzte Kehre parken. Ein kleiner Steig führt zum unteren Felsen im Wald.

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Sandstein.

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Tromba d’Aria, die Windhose

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Schöne Aussicht auf die Hügel des Apennins.

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Die Absicherung schien uns ok. Stände/Umlenker sind doppelt verbohrt.

Datum: 24. April 2014

Skitour: Potsdamer Hütte, Roter Kogel (2835m) und Sömen (2796m) im Sellrain

Skitour

Nach Fasching verbrachten wir ein paar Tage mit unseren Bergländern auf der Potsdamer Hütte (2020m) im Sellrain. Dort öffnet sich ein sehr schönes, weitläufiges Tourengebiet, mit einigen relativ einfachen und schneesicheren Bergen. Dank der Höhe fanden wir im März noch traumhafte und unberührte Pulverhänge, die wir ordentlich durchpflügen konnten. Der bekannteste Gipfel ist der Rote Kogel, der in etwa drei Stunden gut von der Hütte aus zu erreichen ist. Nach dem kleinen Hang oberhalb der Hütte umgeht der Tourengeher den Kastnergrat (ebenfalls eine kleine Tour) und findet sich im weitläufigen Hochtal der Schafalm wieder (ab ca. 2300m). Am Rande des Hochtals liegen die Gipfel Roter Kogel, Sömen (2796m) und Hünereggen (2732m), die alle tourenmäßig gangbar sind. Der Rote Kogel ist dabei der höchste und der, mit der schönsten Aussicht in die Stubaitaler und den Hauptkamm, allerdings auch der meistbegangene. Wir waren auch auf dem Sömen und mussten selbst spuren. Dafür hatten wir Gipfel und Hänge komplett für uns. Es gibt auch einen Verbindungsgrat zwischen Sömen und Kogel, der begangen wird.

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Weite Pulverschneeabfahrten rings um die Schafalm. Geradeaus der Rote Kogel.

Anfahrt: In der Ortschaft Sellrain gibt es eigentlich nur einen Abzweig Richtung Süden, der bereits mit Potsdamer Hütte beschildert ist. Die Straße führt zu einem Parkplatz auf ca. 1100m Höhe. Mutige Fahrer mit Allrad können noch bis zum Bergheim Fotsch auf 1450m Höhe fahren, aber dorthin ist der Weg nicht gestreut.

Aufstieg: In ca. 3 Stunden dem Forstweg folgend zur Hütte (9km). Am Bergheim Fotsch geht es nicht gerade aus weiter, sondern in ein paar Serpentinen links hoch und dann dem Weg weiter folgend. Nach der Potsdamer Hütte den relativ steil wirkenden Hang hoch und oben rechts haltend, den Kastnergrat umgehen. Hier gibt es einigen Rinnen, die durchaus lawinengefährlich sein können, ein Marterl erinnert an ein gr0ßes Unglück in den 50er Jahren. Im Hochtal der Schafalm liegt der Rote Kogel eher links, der Sömen in der Mitte. Von der Hütte jeweils ca. 3 Stunden.

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Über den Forstweg zur Potsdamer Hütte

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Rinnen und Mulden am Kastnergrat.

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Links der Rote Kogel, rechts der Grat zum Sömen.

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Schlussanstieg zum Kogel-Gipfel.

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Grandiose Aussicht kurz unterhalb des Gipfels des Roten Kogels.

Abfahrt: Jeder suche sich seinen Hang um in die Schafalm zurückzustürzen. Unten folgt man der Aufstiegsspur zurück zur Hütte. Der Hang oberhalb der Hütte ist noch einmal schön und weitläufig zu befahren. Von der Hütte geht es auf dem (morgens leider oft vereisten) Waldweg zurück zum Parkplatz.

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Abfahrt vom Roten Kogel, links hinter der Schwelle war noch ein Hang unberührt.

Einkehr: Die Potsdamer Hütte ist sehr urig mit freundlichen Wirtsleuten, die auf Tourengeher eingestellt sind. Für Gruppen macht der Wirt auch einen Gepäcktransport mit dem Motorschlitten. Sehr schön ist der Sonnenplatz vor der Hütte nach Süden mit Blick in der Fernerboden, der weitere, anspruchsvollere Touren bietet.

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Nachmittägliches Sonnen an der Potsdamer Hütte.

Datum: 6. bis 9. März 2014

Skitour Scheinbergspitze (1929m)

Gipfel, Skitour

Wenn man das Graswangtal von Ettal Richtung Linderhof fährt, hat der Fahrer die Scheinbergspitze als deutlich gezeichnete Pyramide immer vor sich. Ein schöner Berg in den Ammergauer Alpen und eine sehr schöne Skitour, die zwei weitere günstige Merkmale mit sich bringt: Wenn sich der Tourengeher an die vom DAV ausgeschilderten Wege hält, ist die Tour im waldfreien Bereich relativ flach und lawinensicher, und sie ist relativ schattig und dadurch schneesicher. Wie bei fast allen bayerischen Bergen sind die freien Hänge relativ kurz, aber es gibt dafür ein paar sehr nette und steilere Schneisen im Wald, die oft noch den einen oder anderen unberührten Pulverschwung erlauben.
Eine weitere Besonderheit bietet die Scheinbergspitze: Die Tour war eine der ersten, die einen richtigen Tourenweg bekommen hat, im Gegenzug wurden Schutzgebiete für Auerhühner ausgewiesen. Deren Bestand hat sich wohl tatsächlich trotz der vielen Tourengeher gut gehalten und der Winterbergsteiger sollte es also vermeiden, in die Südwesthänge einzufahren.

Gipfel der Scheinbergspitze
Der Gipfel

Anfahrt: Der Parkplatz ist kurz hinter Linderhof und zwar der zweite, nicht ausgeschilderte rechts von der Straße. Der erste Parkplatz nach Linderhof ist ausgeschildert. Am richtigen Parkplatz findet sich eine Schautafel, die auf das Vogelschutzgebiet hinweist.

Aufstieg: Der Aufstieg ist durchgängig ausgeschildert. Vom Parkplatz geht es auf einer Forststraße in den Wald, dann gleich an der ersten Abzweigung links und weiter über die Brücke und der dortigen Forststraße sanft ansteigend folgen. Nach einiger Zeit knickt der Weg rechts in den Hundfällgraben ab auf einen schmaleren, in der Abfahrt später oft tückischen Pfad. Nach kurzer Zeit findet sich ein deutliches Schild nach links, den bewaldeten Hand hinauf, das steilste Stück, das einige Spitzkehren erfordert. Oben am Rücken angekommen, zieht sich die Spur diesen Rücken hinauf, erst noch bewaldet, später frei. Am Ende des Rückens ist für die meisten Tourengeher Schluss. Ein paar verwegene besteigen noch die Felsstufe des Gipfels, wofür eventuell Steigeisen erforderlich sind. Wir wollen skifahrn und nicht klettern, schnallen und fellen also erstmal ab und machen Brotzeit.

Scheinbergspitze1
Der Weg geht zuerst die breite Forststraße sanft ansteigend hinauf.

Scheinbergspitze3
Auf dem Rücken wird der Wald immer lichter

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Traumwetter und dennoch guter Schnee

Abfahrt: Zuerst sucht sich der Skifahrer eine Spur über den freien Hang an besagtem Rücken wieder hinab. Wo der Wald beginnt, fährt er jedoch nicht den Rücken weiter wie beim Aufstieg, sondern biegt links in eine steile Waldschneise ab. Leicht rechts haltend geht es über Schneisen hinab auf den Pfad im Hudsfällgraben. Dann wie beim Aufstieg zurück zum Parkplatz.

Scheinbergspitze5
Am Skidepot

Tiefschnee cremig
Wo der Wald beginnt, knickt die Abfahrt nach links über Waldschneisen hinab.

Datum: 23. Februar 2014

Einkehr: Keine