15. Tag: Hanauer Hütte — Vordere Dremelscharte — Steinseehütte

Alpendurchquerung

Datum: 9. August 2014

Auf dem Weg von der Hanauer Hütte (1922m) zur Steinseehütte (2061m) haben wir noch einmal die Dremelspitze in Angriff genommen, doch weit sind wir auch diesmal nicht gekommen. Schon in der Scharte war klar, dass es über kurz oder lang regnen würde. Wir beschlossen, ein Stück weiter als vor zwei Tagen zu klettern, um wenigstens über die Einstiegsrinne (III-) hinauszukommen. Diese war heute trocken und gut zu durchklettern und ab dann wird es einfacher. Es folgt ein ausgesetztes Felsband und ein schöner IIer Aufschwund mit griffigem Fels. An dessen Ende brachen wir das Unternehmen ab und haben es tatsächlich gerade eben mit den ersten Regentropfen zurück auf den normalen Weg im Geröll geschafft. Die Dremelspitze hat sich uns auf dieser Etappe verweigert.

Die Scharte hinab nach Süden ist mit einem Drahtseil gesichert, das so dick nur von einer Seilbahn ausrangiert sein kann. Der Abstieg ist unangenehm, steil, schrofig und mit oder ohne Seil lästig. Sobald man die Wiesenhänge erreicht hat, wird es besser, und bald hat man am Steinsee vorbei die Hütte erreicht.

Wegstrecke: Es gibt zwei Wege: über die Vordere (2434m) und die Hintere Dremelscharte (2470m). Die Vordere Dremelscharte ist auf der Südseite seilgesichert und unangenehm zu gehen. Für Kinder ist das Seil anfänglich recht hoch.

Höhendifferenz:  500 HM+, 400 HM-

Zeit: 1,5h hoch und 1,5 h runter.

Schwierigkeit: Mittelschwer. Geröll, Blöcke. Die Südseite der vorderen Dremelscharte ist sehr steil und mit einem Drahtseil gesichert. Für kleine Kinder kritisch. Dremelspitze: III-, Helm ratsam.

Wetter: Mal wieder Regen.

Einkehr: Steinseehütte. Auch sehr nett, eher schlicht. Viele Kletterer. Die Hütte liegt in einem Kessel von Felsen umgeben. Es gibt wohl viele Mehrseillängenroute und der Wirt sagte mir, dass die meisten davon saniert sind.

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Felsband hinter den Einstieg zur Dremelspitze

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Leichtes Klettern im II. Grad.

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Unangenehmer Abstieg auf der Südseite der Vorderen Dremelscharte.

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Steinseehütte

Wieder Regen
Regen

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Abenrot.

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14. Tag: Hanauer Hütte — Parzinnsee — Gufelseejoch — Hanauer Hütte

Alpendurchquerung, Klettern

Datum: 8. August 2014

Ein chilliger Tag: Ein bisschen Wandern, ein bisschen Bouldern, ein bisschen im Wasser des Parzinnsees (2322m) planschen. Die Felsen, die großflächig rundherum liegen, bieten vielfältige Möglichkeiten zum Klettern: Platten, Risse, Kamine, Überhänge, Grate. Die größeren Findlinge sind teilweise sogar mit Haken versehen. Tolle Boulderfelsen gibt es scheinbar auch am Gufelsee, die wir aber nur von oben gesehen haben. Am Gufelseejoch (2375m) hat man einen fantastischen Blick in die westlichen Lechtaler.

Wegstrecke: Über das Parzinnhüttlein Richtung Kogelseespitze. Der Weg ist gut ausgeschildert.

Höhendifferenz:  450 HM+, 450 HM-

Zeit: Wir haben so oft Rast gemacht, dass ich die Zeit nur schätzen kann: 1 – 1,5h.

Schwierigkeit: Leicht. Kurz unterhalb des Jochs gibt es ein Drahtseil, das aber auch unschwer ausgelassen werden kann.

Wetter: Für die bisherige Tour erstaunlich gut.

Einkehr: Hanauer Hütte (siehe vorgestern).

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Die kleine Parzinnhütte.

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Parzinnspitze

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Boulderfelsen am Parzinnsee.

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Der Parzinnsee von oben. Dahinter Reichspitze und Große Schlenkarspitze.

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Am Gufelseejoch. Blick Richtung Parzinnspitze.

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Gufelsee und vom Gufelseejoch.

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13. Tag: Hanauer Hütte — Vordere Dremelscharte — Hanauer Hütte

Alpendurchquerung

Datum: 7. August 2014

Heute wäre die Dremelspitze auf dem Programm gestanden. Wir sind also in der Früh los und zügig in die Vordere Dremelscharte (2434m) gestiegen. Die Kletterei beginnt mit einer geneigten, glatten, abgekletterten Rinne (III-). Eigentlich nicht schwer, aber die Nacht zuvor hatte es stark geregnet, was die Situation deutlich erschwerte. Da sich auch heute die Wolken schnell immer dichter zusammengezogen haben und es nach neuen Regenfällen aussah, beschlossen wir, leider leider die Tour abzubrechen (bei ca. 2500m). Der Sommer hat uns im Stich gelassen.

Trotzdem hatten wir noch unseren Spaß: Ein langes Geröllfeld lässt sich abfahren, wenn man unterhalb der Scharte etwas noch Osten quert. Dann gibt es eine Menge reizvoller Boulder-Felsen, an den wir noch herumturnen konnten, ohne den Regen fürchten zu müssen.

Wegstrecke: Von der Hütte gerade aus hoch. Vor der Vorderen Dremelscharte geht es zur Dremelspitze nach links über Schrofen bis zur besagen Rinne. Der Weg ist gut ausgeschildert.

Höhendifferenz:  580 HM+, 580 HM-

Zeit: 1,25h zur Scharte

Schwierigkeit: Zur Scharte leicht. Dremelspitze klettern II-III, ausgesetzt, Steinschlaggefahr durch andere Kletterer. Helm ist ratsam.

Wetter: Schlecht. Wolken, leichter Regen.

Einkehr: Hanauer Hütte (siehe gestern).

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Das Ziel, die Dremelspitze. Rechts die Vordere Dremelscharte.

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Blick von der Vorderen Dremelscharte nach Süden zum Steinsee.

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Der Einstieg zur Dremelspitze.

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Lustige Geröllabfahrt.

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Viele Boulder-Felsen.

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12. Tag: Anhalter Hütte — Boden — Hanauer Hütte

Alpendurchquerung

Datum: 6. August 2014

Zur Hanauer Hütte gibt es von der Anhalter Hütte verschiedene Wege. Einmal über die Muttekopfhütte (mit Übernachtung dort) und die Kübelwände. Letzteres setzt sichere Wetterbedingungen voraus — die uns bekanntlich diesen Sommer fehlen. Auch der Weg durch das Tal über Boden kennt zwei Varianten: durch das Plötzigtal mit einem unangenehmen Gegenanstieg (100HM) oder entlang der Fahrstraße des Hahntennjochs. Wir verzichten auf das schönere Plötzigtal, denn der Anstieg von Boden zur Hanauer Hütte erwartet uns eh, und nehmen die Fahrstraße in Kauf.

Wegstrecke: Zurück über das Steinjöchl (2189), hinab zum Hahntennjoch (1894m). Kurz vor der Straße findet sich rechts ein Holzgatter zur Kuhweide. Wer Angst vor Kühen hat, sollte den Weg meiden — Ihr wisst ja: Im Notfall Hund von der Leine nehmen! Kein Witz. — Wir haben weder Hund noch Angst. Ein Trampelpfad führt oberhalb der Straße in guter Distanz zu den Motorradausflüglern hinab Richtung Pfafflar (1619m). Später geht es am Bach entlang. Bald erscheint links die markante Reichspitze mit ihren zwei Öhrchen.

Wo die Straße eine Kehre macht, muss man in den sauren Abgasapfel beißen und tatsächlich zwanzig Minuten direkt an der Straße (auf einem Grünstreifen) gehen. Hinter Pfafflar zweigt ein Pfad mit einer kleinen Brücke nach links weg. Dieser führt steil bergab nach Boden (1356m).

Nun beginnt erst auf einem deutlich ausgeschilderten Weg durch den Angerleboden der Aufstieg hinauf zur Hanauer Hütte (1922m). Wer wenig Gepäck und sein Klettersteigset dabei hat, kann am Schluss eine einfache Ferrata gehen.

Höhendifferenz:  720 HM+,  850 HM-

Zeit: 7h

Schwierigkeit: Keinerlei Schwierigkeiten, nur wilde Kühe…

Wetter: Sehr schön. Leider fast vertan für den Weg durchs Tal.

Einkehr: Gasthöfe in Pfafflar und Boden. In Boden haben wir eine ordentliche Brotzeit bekommen. Die Hanauer Hütte ist groß, aber sehr sympathisch. Trotz der vielen Gäste bleiben die Wirtsleute gelassen. Als Bergsteigeressen gab es einmal Wildgulasch. Und die Zimmer im alten Teil haben ein Waschbecken — Luxus pur.

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Sonniger Blick auf die Namloser Wetterspitze…

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… und den falschen Kogel. Heute ohne Wolken.

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Der Weg hinab vom Steinjöchl zum Hahntennjoch.

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Die Reichspitze (mit den beiden Öhrchen) taucht auf.

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Vor Pfafflar geht es zwanzig Minuten der Straße entlang.

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Pfad hinab nach Boden.

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Die Dremelspitze dominiert das Tal des Angerlebachs. Rechts auf dem quer liegenden Rücken thront die Hanauer Hütte…

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… die uns mit einem Waschbecken auf dem Zimmer überrascht. Kalt und warm.

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